Ökologische Sanierung
Projekt: Einfamilienhaus in Lüneburg: Erwirbt man eine gebrauchte Immobilie kann man sich in der Regel gut vorstellen dort zu wohnen, wenn noch die eine oder andere Veränderung gemacht wird. Je nach Zustand des Hauses soll das Bad oder die Küche auf neuesten Standard gebracht werden, oder der Grundriss soll auf die eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse zugeschnitten werden. Im Zuge der steigenden Energiekosten werden immer mehr Überlegungen gemacht, wie in Zukunft Energie eingespart werden kann. Diese Gedanken standen bei dem nachfolgenden Beispiel im Vordergrund.
Auf dieser Seite wollen wir dokumentieren,
wie eine Sanierung aus ökologischer Sicht ablaufen kann.

Die Aufnahme ist von der Straßenseite gemacht.Die Temperaturen schwanken zwischen 3°C und ca..-7°C..Für einen Tag im Februar doch recht „warm “.Deutlich zu erkennen sind die niedrigeren Temperaturen an dem Gaubendach und am Dach unter der Gaube. Dort befindet sich ein größerer Hohlraum (Abseite),d.h. dort befindet sich der beheizte Raum nicht direkt dahinter.
Diese Aufnahme ist von innen aufgenommen. Hier läßt sich deutlich die die kühlere Außenwand erkennen. Besonders die Raumecken sind für kältere Wandoberflächentemperaturen prädistiniert, weil die warme Raumluft auf Grund der Zirkulation dort kaum vorbeistreicht. Bei dieser Aufnahme liegen die Oberflächentemperaturen zwischen 12 ° und 21 ° C.
Das zu sanierende Einfamilienhaus ist 1960 erbaut und im Laufe der Jahrzehnte nicht verändert oder umgebaut worden. Für eine Sanierung eine gute Voraussetzung, da keine nachträglich eingebauten Dämmstoffe und sonstigen Baustoffe vielleicht sogar als Sondermüll entsorgt werden mussten. Das Heizsystem wurde vor ca. 10 Jahren erneuert und in diesem Zusammenhang auf Erdgas umgestellt. Vor ca. 1 1/2 sind die Fenster erneuert worden. Das Haus besteht aus vier Ebenen, Keller, Erdgeschoss, Dachgeschoss und Spitzboden.

Keller: Zur Westseite liegt er fast ganz im Erdreich, während zum Garten hin mehr herausguckt auf Grund des abfallenden Geländes. Die Wände bestehen aus Beton. Und im Sichtbereich mit einem Vormauerziegel versehen. Die Decke zum EG ist aus Beton mit einem Verbundestrich (ca. 6 cm) versehen.
Erdgeschoss: besteht aus einem zweischaligem Mauerwerk, innen 17,5 cm Kalksandstein, 1 cm Mörtelfuge, außen 11,5 cm Hochlochziegel mit einem Strukturputz. Die Decke zum Dachgeschoss besteht auch aus einer Betonplatte mit Estrich.
Dachgeschoss: In den Schrägen eine zementgebundene Holzfaserplatte, dahinter die Holzsparrenebene mit Dachlattung und Pfannen. Die Decke zum Spitzboden ist die Kehlbalkenlage. d.h. zum DG mit einer Putzträgerplatte versehen, Putz, auf dem dann tapeziert wurde. Zum Spitzboden ist die Kehlbalkenlage mit einer Verschalung versehen.
Spitzboden: Dort sieht man auf die Sparren mit den darauf liegenden Pfannen.
Nach einer abschließenden Betrachtung wurden die einzelnen Maßnahmen zusammen getragen:
- Dämmung der Außenwände von außen
- Dämmung der Dachflächen und Abseiten
- Isolierung des Kellers
- Neue Heizungsanlage mit Gasbrennwerttechnik
- Solaranlage zu Heizungsunterstützung und Warmwassererwärmung
Berechnungen nach dem vereinfachten Verfahren für den EnEV-Nachweis
Um diese Maßnahmen genau bestimmen zu können, wurde berechnet was das Gebäude im vorhandenen Zustand an Energie verbraucht. Mit diesen Werten konnte dann ausgerechnet werden wie stark z.B. die Außendämmung sein muß, um auf Werte zu kommen, die der heutigen Energieeinsparverordnung entsprechen. Der Jahresheizwärmebedarf wurde im Bestand mit 287,1 kWh/m ²a berechnet. Dieser Wert entsprach mit kleinen Abweichungen auch den tatsächlich abgerechneten Energiekosten der letzten Jahre. Mit den angestrebten Maßnahmen, der Dämmung der Außenwände, des Daches und der Isolierung des Kellers wurde ein Bedarf von 71,2 kWh/m ²a errechnet. Dies entspricht einer Einsparung von215,9 kWh/m ²a. Für diese Maßnahmen kann eine Förderung bzw. günstige Finanzierung der KfW zum CO2 -Gebäudesanierungsprogramm beantragt werden. Für das entsprechende Maßnahmepaket wurde eine resultierende CO2 -Einsparung von 64,8 kg/m ² (AN )errechnet.Weitere Informationen zu Finanzierungen von verschiedenen Gebäudesanierungsarten gibt es über das Internet unter www.kfw-foerderbank.de Bei Betrachtung der verschiedenen Maßnahmen kann gesagt werden, das in diesem Fall die meiste Einergieeinsparung beim Dach zu erwarten ist. Dort wird sozusagen das erste Mal gedämmt. Danach kommen die Außenwand und der Keller. Das war zur Beurteilung der Maßnahmen die theoretische Grundlage.
Schritt 2: Mit dem Entfernen der „Wärmebrücken“ wurde begonnen. Entfernen des schon maroden Balkons. Der stand in direkter Verbindung mit der Geschossdecke, wie einige andere Bauteile auch, so z.B. der Torbogen zwischen Wohnhaus und Garage, Betonvordach am Eingang, kleine Mauer als Verbindung zur Stütze des Daches im Terrassenbereich, Mauersockel als Umrandung der Terrasse.

Schritt 3: Anbringen der Dämmung an den Außenwänden. Dazu werden direkt an die Wand Holzständer in der Stärke von 10 cm angebracht, dies entspricht dann auch der Dämmstärke mit recyceltem Zeitungspapier (isofloc). Darauf wird eine Holzfaserplatte mit einer Stärke von 4 cm angebracht, die putzfähig ist.



Schritt 6: Als letzten Schritt hat das Haus einen mineralischen Feinputz bekommen. Der kann in seiner ursprünglichen Farbe Grau oder in einer beliebigen Farbe angebracht werden. In diesem Fall hat sich der Bauherr für einen Gelbton der Wände und ein Blaugrau für den Sockelbereich entschieden. Jetzt kann der Sommer kommen, damit es viele solare Gewinne gibt und im Winter werden es die Bewohner um einige Grade in den Räumen wärmer haben ohne mehr zu heizen.

Am Tag der offenen Baustelle war die Verkleidung an den Außenwänden schon komplett angebracht. Die Handwerker waren fleißig am Arbeiten. An diesem Tag konnten die Besucher den Handwerkern bei unterschiedlichen Arbeiten über die Schulter gucken: Einsetzen eines Dreiecksfensters im Giebel, Dämmung in den Dachschrägen mit isofloc, Fertigen der Zinkfensterbänke, Dämmung der Außenwände mit isofloc und Perimeterdämmung. Im Garten waren Handwerker und Besucher im Informationsaustausch. Es gab Beratungen in den verschiedenen Bereichen. Insgesamt eine gelungene Aktion, bei der sich Interessierte zwanglos und unkompliziert umschauen und informieren konnten.

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Holzständerarbeiten Isofloc Dämmung Architekt
